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Bartók: Blaubart

Herzog Blaubarts Burg Béla Bartók Libretto: Béla Balázs

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Die Vorlage für seine einzige Oper fand Béla Bartók in den 1910 veröffentlichten Mysterien (»Misztériumok«) von Béla Balázs, der sich in jenen Jahren um eine genuin ungarische Literatur bemühte. In Wahrheit war Balázs das Pseudonym für den Kulturwissenschaftler und Filmtheoretiker Herbert Bauer (1884 - 1949), der - drei Jahre jü...

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Kreneks »Orpheus«

»Orpheus und Eurydike« Ernst Krenek nach Oskar Kokoschka (1923)

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Oskar Kokoschka dichtete seine Orpheus-Version 1915 und überarbeitete sie 1917 noch einmal. Als Protokoll seiner stürmisch bewegten Liebesaffaire mit Alma Mahler wurde das Stück zu einer mythologisch überhöhten Metaphernfolge höchst irdischer - und moderner - Beziehungskonflikte. Jahrzehnte später meinte der Künstler, er...

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Strauss: Intermezzo

Intermezzo

Text und Musik: Richard Strauss   (1923)

Hofmannsthal und Herman Bahr winkten ab, so dichtete Richard Strauss den Text zu seiner »Home-Opera« selbst.

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Der Briefwechsel zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ist voll mit Ermahnungen des Komponisten, der die Suche nach Komödienstoffen und einen leichten Buffo-Tonfall einfordert. Was dem Komponisten vorschwebte, hatte der Dichter nur einmal wirklich realisiert: im nachgelieferten Vorspiel zu Ariadne auf Naxos. Die Mixtur aus Rezitativ und ariosen Einschüben, sogar mit Sprechtexten für einen Schauspieler durchsetzt, schien Strauss vorzüglich gelungen.

Der theatralische Ehekrach

Nun versuchte er, diesen Stil auf einen ganzen Opernabend auszudehnen und befand, sein eigenes Leben sei spannend genug, um ein Musiktheater-Publikum interessieren zu können. Die kapriziöse Ehefrau Pauline hatte ja auch Hofmannsthal als Vorbild für die Färbersfrau in der Frau ohne Schatten genannt. Und Strauss hatte sie als Des Helden Gefährtin schon 1898 in der Tondichtung Ein Heldenleben verewigt. Kurz nach der Jahrhundertwende hatte er sein Familienleben bereits in der Sinfonia domestica zum Klingen gebracht.

Nun fungierte ein – tatsächlich stattgefundener – Ehestreit im Hause Strauss als Ideenbringer für eine Opernhandlung, die in späteren Zeiten eine gute Folge für eine TV-Hauptabend-Komödie hergegeben hätte. Die Opernwelt wollte von solchen realistischen bürgerlichen Selbstbespiegelungen inklusive Rodelbahn auf der Bühne nicht viel wissen. überdies schien der Konversationsstil, den Strauss den Gesangstimmen verordnete doch seine melodische Erfindungsgabe ein wenig gebremst zu haben. Der Komponist selbst hat ihn in späteren Werken nur passagenweise angewendet und erst in seinem Capriccio wieder darauf zurückgegriffen, um ihn mit der Formenwelt der alten Nummernoper zu vermengen.

Symphonische Zwischenspiele

Im Intermezzo setzt die Partitur durchwegs eher auf kleinteilige Charakterisierungskunst als auf große Vokallinie, von den Monologen der Ehefrau Christine und einem grüblerischen Selbstgespräch des verzweifelten, zu Unrecht der Untreue bezichtigten Kapellmeisters Storch bei Gewitter und Sturm in den Praterauen abgesehen.

So blieb Intermezzo ein Stück für geeichte Strauss-Verehrer, die freilich manche Köstlichkeiten in dem Werk entdecken können, die komponierten Kartenpartie am Beginn des zweiten Aktes etwa oder – vor allem – die großen Zwischenspiele, die von einer Szene zur andern überleiten; hier nimmt sich der Symphoniker Strauss Zeit, die Geschichte in Tönen auszuerzählen.

Daß das eine vergnüglich-besinnliche Angelegenheit sein kann, beweisen die wenigen, aber durchwegs künstlerisch hochwertigen Livemitschnitte und Studioproduktion. In Wien fand zum Strauss-Jahr 1964 eine Neuinszenierung im Theater an der Wien mit Hanny Steffek und Hermann Prey statt, die Joseph Keilberth am Pult liebevoll betreute.

In Glyndebourne sang – für das Konversationsstück folgerichtig auf Englisch – 1974 Elisabeth Söderström die weibliche Hauptrolle wunderschön. Und Wolfgang Sawallisch hat mit Lucia Popp und Dietrich Fischer-Dieskau eine fein geschliffene Studioversion des Stücks für EMI realisiert . Da wird Intermezzo zu einem durchaus amüsant-hintergründigem Hörspiel mit Musik.

Rodeln im Ponnelle-Design

Wer die Handlung auch sehen möchte, findet im Netz gewiß den → TV-Mitschnitt der von Joseph Keilberth glänzend dirigierten Münchner Produktion von 1963 (wiederum mit Hanny Steffek und Hermann Prey). Damals hatte man noch den Mut, die szenischen Anweisungen des Komponisten wirklich auf Punkt und Komma umzusetzen – also wird bei Rudolf Hartmann – in einem Bühnenbild von Jean-Pierre Ponnelle! – wirklich gerodelt…

Ettore BASTIANINI

1922 - 1967 Einer der prägenden Baritone der Nachkriegsära. Bastinini hatte im Baß-Fach debütiert id auch sein Debüt an der Mailänder Scala gegeben: 1948 sang er den Tiresias in der Erstaufführung von Igor Strawinskys Oedipus Rex.Nach einer kurzen Lehrzeit bei Rucciana Betarini stellte er sich 1951 in Bologna erstmals als Bariton vor. Innerhalb wen...

 

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Arthur Grumiaux

1921 - 1986

Ein Mann fürs Grobe war er nie. Der flämische Geiger, der seine erste Geige vom Großpapa erhalten hatte und der, statt eine Wunderkindkarriere zu starten, mit sechs ein solides Musikstudium begann, galt vor allem als dezenter Meister, der mit Geschmack und Stilgefühl agierte. Zwar verfügte er über eminente Virtuosität, aber er stellte sie niemals zur Schau, arbeitet eher mit Understatement - und vor allem: er stellte sie grundsätzlich in den Dienst des großen Ganzen. Wo die Kollegen gern Kraft und Verve walten lassen, wirkt Grumiaux meist besonnen, oft sogar zurückhaltend.

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Phyllis Curtin

Geboren am 3. Dezember 1921 im amerikanischen Clarksburg (West-Virginia) als Phyllis Smith, studierte sie am Wellesley College, bei OlgaAvierino und bei Boris Goldovsky in Boston und debütierte 1946 als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin« bei derNew England Opera Company.

Curtin wurde vor allem als Interpretin Neuer und zeitgenössischer Musik bekannt. Legendär ihre Aufnahme der »Wozzeck«-Bruchstücke von Alban Berg unter Erich Leinsdorf. In den Fünfzigerjahren sang sie Jahr für Jahr (später hie und da noch als Gast bis 1976) in der New York City Opera, wo unter anderem die Uraufführung von Carlisle Floyds Opern »Susannah« (1956) und »The Passion of Jonathan Wade« (1962) ganz auf sie zugeschnitten waren.

Curtin sang auch in der amerikanischen Erstaufführung von Gottfried von E...

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Inge Borkh

1921- 2018

Fast ein halbes Jahrhundert war Inge Borkh nicht mehr auf der Opernbühne gestanden, als sie im August 2018 im Alter von 97 Jahren starb. Mehr als eine Generation von Musikfreunden konnte schon damals nur auf Tonaufnahmen zurückgreifen, um halbwegs ermessen zu können, worauf der Weltruhm dieser Künstlerin basierte. Borkh war offenkundig ein Phänomen, das sich mit musikalischen Vokabeln nicht annähernd umschreiben läßt. Sie muß auf der Bühne von umwerfender darstellerischer Überzeugungskraft gewesen sein. Anders ist kaum zu erklären, daß nach ihrem Debüt als Salome an der New Yorker Metropolitan Opera der Eiserne Vorhang wieder hochgezogen werden mußte. Das Publikum jubelte lang weiter. Eine Bühnenfigur von außerordentlichem Rang also, eine, die durch schiere Präsenz auf der Sz...

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Fritz Geißler

Fritz Geißler (1921-1984)

Fritz Geißler war einer der bedeutendsten Komponisten im Deutschland der Nachrkiegsjahre, allerdings lebte er in der DDR und blieb im Westen beinah völlig unbeachtet. Überdies ist er einer jener Meister, die von ästhetischen und politischen Repressionen der zweiten Hälfte des XX. Jahrhunderts gebrochen wurden: Durch das ...

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Die Salzburger Festspiele

Kleine (Intrigen-)Geschichte Alljährlich verlagert sich zur Sommerszeit der österreichische Hochkultur-Schwerpunkt an die Salzach. Anlaß zu vielerlei ästhetischen, politischen und historischen Überlegungen. Zunächst ein kleiner geschichtlicher Abriß:

1. Wie es zuFestspielen kam 2. Zwischen Kunst-Blüteund Pleite 3. Die Festspielewerden politisch 4....

 

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Robert Simpson

Brittaniens letzter Symphoniker 1921 - 1997 Menschen, die Sinfonien schreiben, tun das gewöhnlich, weil sie sich dazu in der Lage fühlen: viele von denen, die sich nicht dazu in der Lage fühlen, erzählen allen anderen, die Sinfonie sei tot ... (Robert Simpson: „Symphonies“, The Listener, 1973) Das selbstbewußte Zitat eines Mannes, der innerhalb vo...

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