Die Salzburger Carmen im TV: 30 Minuten großes Musiktheater inmitten eines Regie-Desasters.

SALZBURGER FESTSPIELE - REGIE-WILLKÜR - DIRIGENTEN-WILLKÜR - ZWEI FABELHAFTE SINGSCHAUSPIELER - UNNÖTIGE TANZEINLAGEN

Bekäme jemand nur den Schluß zu sehen (und zu hören), er könnte glauben, da habe sich eine musiktheatralische Sternstunde im Großen Festspielhaus ereignet: Asmik Grigorian - trotz Todesahnung kalt bis ins Herz - und Jonathan Tetelman- am Rande des Irrsinns - geben Carmen und Don José wie exzellente Filmschauspieler, die auch noch hoch expressiv singen können. Nur: Wer das erleben wollte, mußte mehr als drei Stunden lang durch ein jämmerliches szenisches Spektakel, in dem eine Ballett-Compagnie noch in den intimsten Szenen fortwährend um die Sänger herumhüpfte, während sich Dirigent Teodor Currentzis am Pult seines Utopia-Orchesters um alle Details von Georges Bizets kümmerte, worüber er das große Ganze vollständig aus den Augen verlor.

 

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