Widmungsträger und Uraufführungs-Dirigent Karl Böhm hat das Werk 1938 in Dresden herausgebracht und dann 1944 anläßlich der Feierlichkeiten zu Richard Strauss' 80. Geburtstag auch in Wien Einstudiert. Diese zweite Produktion, die unter den Augen des Komponisten entstanden ist, wurde mitgeschnitten.
Vorspiel – Die Schäfer – Daphne – Leukippos – GaeaMaria Reining, Anton Dermota, Melanie Frutschnig – Karl Böhm
Peneios – ApolloHerbert Alsen – Karl Friedrich
Apollo und Daphne – Das BacchusfestReining, Friedrich Alsen, Dermota
Apollo – LeukipposFriedrich – Dermota
Daphnes Klage
Daphnes VerwandlungMaria Reining - Wiener Staatsoper, Mai 1944 - Karl Böhm
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Livemitschnitt einer konzertanten Aufführung im Dezember 2002Toccata
HÖREN
Szene hin oder her: Eine solche Aufführung erlebt man auch in den größten Opernhäusern nicht alle Tage. Eugen d'Alberts "Tiefland" steht im Ruf, ein über Gebühr "wagnernder", ziemlich verkitschter deutscher Ableger des Verismo vom Schlage des "Bajazzo" zu sein. Die Aufführung im Konzerthaus lehrte nun: Das Werk ist eigenständig und jeden Moment effektsicher - wenn man nur daran glaubt und alles realisiert, wie es in der Partitur steht. Nun dürfte die Besetzung, die das Konzerthaus aufgeboten hat, heute schwerlich zu übertreffen sein. Schon die Konfrontation von Joha...
Aus Wien kommen die besten Live-Mitschnitte von Aufführungen dieser Oper. Karl Böhm war der Dirigent, der das Werk international durchgesetzt hat. Er studierte es bereits Mitte der Fünfzigerjahre anläßlich der Wiedereröffnung der Staatsoper ein - woraus eine Studioproduktion (Decca) und ein Livemitschnitt (Orfeo) resultieren; allerdings mit den gewohnten Kürzung...
Für dieses Werk haben Generationen von Dirigenten Interpretinnen der Titelheldin gesucht, die den Ansprüchen an sinnlich-farbenreichem, jugendlichem Gesang genügen könnten, der dieser Figur akustisch Glaubwürdigkeit vermitteln würde. Zu Lebzeiten des Komponisten gab es immerhin zwei Singschauspielerinnen, die dem Ideal nahekamen. Ljuba Welitsch und Maria Cebotari. Wobei Strauss für die Cebotari sogar Abstriche bei seiner Orchestrierung zu machen bereit war, die er allerdings nur für diese Sängerin sanktionieren wollte. Hört man den - wenn auch technisch äußerst mangelhaften - Livemitschnitt aus London, dann ahnt man, warum Strauss hier Kompromisse einzugehen bereit war: Eine solche Leuchtkraft hat kein zweiter Sopran in dieser Partie entfaltet - das läßt sich auch durch das verrauschte Klangbild des historischen Mitschnitts beurteilen, vielleicht sogar genießen...
Nach Strauss' Tod nahmen dann die heldischen Wagner-Stimmen auch von Salome Besitz. Das klang oft imposant. Dem Ideal des Komponisten dürften die schlanken, jugendlichen Stimmen freilich mehr entsprochen haben. So erklärt sich, daß Karl Böhm, ein Strauss-Adlatus, für die Videoproduktion in den Siebzigerjahren Teresa Stratas engagiert hat, die diese Partie auf der Bühne nie hätte singen können.
Die klassische Einspielung des Werks, ohne Kürzungen, gelang Erich Kleiber Anfang der Fünfzigerjahre mit den Wiener Philharmonikern und einer erlesenen Sängerbesetzung für Decca: Sena Jurinac (Octavian), Hilde Gueden (Sophie), Maria Reining (Marschallin), Ludwig Weber (Baron Ochs), Alfred Poell (Faninal) - auch idiomatisch unübertroffen.