Für wache Geister, die sich dafür interessieren, was in der jüngeren Vergangenheit in Sachen Streichquartett weitergegangen ist: Das Minguet Quartett gab einen Konzertabend mit vier zeitgenössischen Werken, die ein breites stilistisches Spektur abstecken.
Der sensible Schubert-Interpret
Nachruf. Zum Tod des rumänische Pianisten, der, hervorgegangen aus der Kaderschmiede von Heinrich Neuhaus, zu einem stillen, großen Deuter der Wiener Klassik und der deutschen Romantik wurde.
Man hat ihn als einen in sich gekehrten Künstler in Erinnerung, der nur insofern exzentrisch wirkte, als er nicht auf einem der üblichen Klavierhocker saß, sondern auf einem gewöhnlichen Sessel mit Rückenlehne. Sonst war an Radu Lupus Auftreten so wenig extravagant wie an seinem Klavierspiel. Eben das machte seine künstlerische Größe aus. Die auftrumpfende Geste des pianistischen Bravour-Repertoires hat er lebenslang gemi...
Alte Musik von Pionieren: Das Concerto Copenhagen feierte in seiner Heimatstadt seinen 30. Geburtstag. Und wie es sich für Originalklang-Pioniere gehört, präsentierten die Musiker ein spannendes Programm, das auch für Kenner Entdeckungen bereit hielt.
Der rumänische Pianist starb am Ostersonntag, dem 17. April 2022 76-jährig in seiner Wahlheimatstadt Lausanne.
Man hat ihn als einen in sich gekehrten Künstler in Erinnerung, der nur insofern exzentrisch wirkte, als er nicht auf einem der üblichen Klavierhocker saß, sondern auf einem gewöhnlichen Sessel mit Rückenlehne. Sonst war an Radu Lupus Auftreten so wenig extravagant wie an seinem Klavierspiel. Eben das machte seine künstlerische Größe aus. Die auftrumpfende Geste des pianistischen Bravour-Repertoires hat er lebenslang gemieden. Nicht einmal Chopin war in seinen Programmen zu finden.Radu Lupu spi...
Die Symphoniker absolvierten ihr traditionelles TV-Osterkonzert unter Ausnahmebedingungen nach Verlust ihres Chefdirigenten dank Einspringer Markus Poschner fabelhaft. Der ORF ruinierte den Eindruck durch Werbespots für uniforme Satellitenstädte und die Müllabfuhr.
Die gute Nachricht zuerst. Es war ein Husarenstück, das Markus Poschner, der Linzer Generalmusikdirektor, gewagt hat: Die Wiener Symphoniker hatten wenige Tage vor ihrem traditionellen österlichen Renommierkonzert im Musikverein ihren Chefdirigenten (Andres Orozco-Estrada) verloren. Die Gründe dafür mag man post festum diskutieren – oder auch nicht. Es gilt, nach vorn zu blicken. Das hieß in kürzester Perspektive: Für das seit Jahr und Tag im Fersehen übertragene Musikverein-Konzert „Frühling in Wien“ musste Ersatz gefunden werden.
Die Wiener Staatsoper hat die Sendung des Livemitschnitts der Premiere von Wagners »Tristan und Isolde» vom vergangenen Gründonnerstag untersagt. Daher bringt Ö1 heute (19.30) eine Wiederholung der Aufzeichnung der »Tristan«-Premiere aus dem Jahr 1967 unter Karl Böhms Leitung mit Birgit Nilsson und Jess Thomas in den Titelpartien, Ruth Hesse (Brangäne) und Martti Talvela (König Marke). Aufgenommen am 17. Dezember 1967. Die Rezensionen der jüngsten Staatsopern-Vorstellung fielen auch in musikalischen Belangen verhalten aus. Vor allem wurde bemängelt, daß dem neuen Tristan, Andreas Schager, im dritten Aufzug bereits die Kräfte verlassen haben und daß der König Marke von René Pape offenbar einen rabenschwarzen Abend gehabt habe.
So wid der Rundfunkabend spannend für Opernfreunde, denn der Livemitschnitt der von Böhm dirigierten Premiere war bis dato nur in Raubpressungen greifbar.
„Parsifal“ im Advent, „Tristan“ zur Karwoche. Verkehrte Welt?
Nicht alles, das wie ein Traditionsbruch aussieht, ist wirklich einer. Anmerkungen zu seltsamen Erscheinungen im Wiener Opern-Alltag.
Wagnerianer haben es nicht leicht. Da spreche ich ausnahmsweise einmal nicht von Inszenierungen. Da sind die Verehrer des großen Bayreuthers ja Kummer gewohnt und haben wenig Aussicht auf Besserung. Aber, ganz gleich in welcher Produktion, sogar die gewohnten Aufführungstermine kommen offenbar durcheinander.
Darf man in Wien »Buh« rufen?
Bei der Generalprobe zur Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde" an der Staatsoper wurde - eine Premiere! - Mißfallen bekundet.
Offenbar fanden etliche Besucher der Generalprobe Calixto Bieitos Insenierung unerträglich und machten ihrem Gefühl nach Fallen des Vorhangs schon nach dem ersten Aufzug Luft....
Symphoniker-Chefdirigent Orozco-Estrada tritt zurück
Kulturpolitik. Das Orchester hat sich bei einer Abstimmung gegen eine Vertragsverlängerung ausgesprochen. Nun geht es früher auf Chef-Suche.
Andrés Orozco-Estrada tritt zurück: Der Chefdirigent der Wiener Symphoniker hat am Dienstag bekannt gegeben, sein Amt mit sofortiger Wirkung nicht mehr aus...
In einer kleinen Serie kommen erfahrene Kulturmanager, die seit Langem große Häuser leiten, zu Wort. Den Beginn macht Peter Gelb von der Met: Er setzt auf neue Werke.
Wenn Oper überleben soll, muss sie sich verändern“, sagt Peter Gelb, General Manager der New Yorker, Met, dessen Vertrag jüngst bis 2027 verlängert wurde: „Der Schlüssel zu dieser Veränderung wird die Erneuerung und Bereicherung des Repertoires sein.“ Gerade die jüngste Krise hat Peter Gelb Zeit zur Besinnung gegeben: „Wir hatten während der Pandemie für ein Jahr geschlossen. In dieser Zeit habe ich viel darüber nachgedacht, wie wir Publikum zurückgewinnen können. Und wie wir Menschen ansprechen, die nie in die Oper gegangen sind.“
Das klingt nach Utopie, doch Gelb ist zuversichtlich: „Es gibt hier in den USA viele begabte K...