TANNHÄUSER
Allen Regisseuren ins Stammbuch geschrieben gehört Wagners Anmerkung in einem Brief an Franz Liszt, in dem er eine Tannhäuser-Aufführung in Dresden tadelt:
Ich hatte dort im Tannhäuser aus der partitur in die parthien der sänger mit der größten genauigkeit alle bemerkungen eintragen lassen, welche auf das verständniß der situationen und auf die dramatische action überhaupt bezug hatten...
ERSTER AUFZUGTannhäuser genießt die Freuden des Lebens im Venusberg, beginnt aber mit der Göttin zu hadern. Er fühlt, sein Leben in den Fängen des ewigen Liebeszaubers zu verspielen. In Gesängen preist er die Göttin verlangt aber, wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Venus buhlt vergeblich um den Geliebten und warnt ihn vor einer Enttäuschung, die ihm durch die kalten Menschen w...
Richard WagnerTannhäuser und der Sängerkrieg auf WartburgRomantische Oper in drei AktenUraufführung: 19. Oktober 1845, Dresden
Tannhäuser bedeutete für den 29-jährigen Richard Wagner eine Art Befreiungsschlag aus persönlichen Nöten. Das Leben in Paris empfand er nach fast drei Jahren mehr und mehr als qualvoll, weil ihn dort
die Weltluft mich mit immer eisigerer Kälte anwehte.
ERSTER AUFZUG
Knapp vor dem Heimathafen hat ein Sturm die sichere Ankunft verhindern des norwegischen Handelskapitäns Daland vereitelt. Er hat sein Schiff in eine sichere Bucht maövrieren lassen. Den Steuermann bittet er Wache zu halten, während die Mannschaft sich ausruhen darf. Der Steuermann trällert ein fröhliches Lied, doch ist auch er völlig übermüdet. Er schläft ein.
Unbeobach...
ERSTER AUFZUG
Knapp vor dem Heimathafen hat ein Sturm die sichere Ankunft verhindern des norwegischen Handelskapitäns Daland vereitelt. Er hat sein Schiff in eine sichere Bucht maövrieren lassen. Den Steuermann bittet er Wache zu halten, während die Mannschaft sich ausruhen darf. Der Steuermann trällert ein fröhliches Lied, doch ist auch er völlig übermüdet. Er schläft ein.
Unbeobach...
Vom Fliegenden Holländer gibt es mehrere musikalische Fassungen. Die erste stammt nicht einmal von Wagner...
Pierre-Louis Dietsch
Aus Geldnot sah Wagner sich gezwungen, die Idee zu diesem Werk - in Form eines Handlungsentwurfs in Prosa, wie er ihn für all seine Werke vorab notierte - an die Pariser Oper zu verkaufen. Ihm selbst gelang es nicht, einen Kompositionsauftrag zu be...
So verfaßte ich den Entwurf zu einer großen tragischen Oper in fünf Akten: »Rienzi, der letzte der Tribunen«; ich legte ihn von vorn herein so bedeutend an, daß es unmöglich ward, diese Oper – wenigstens zum ersten Male – auf einem kleinen Theater zur Aufführung zu bringen.
Vom ersten Moment an war sich Richard Wagner bewußt, daß er mit seinem »Rienzi« etwas Außerordentliches schaffen wollte. Etwa wie bei Balzac und seinen Romanen war es auch beim Operndichter- und komponisten Wagner so, daß zu allererst die Vorstellung von Größe, von zuvor ungeahnter künstlerischer Leistung geboren war – dem »Kunstwollen« folgten Fantasie und artifzielles Vermögen. Auch das mag eine natürliche Emanation von genialer Begabung sein. Dem durchschnittlichen Kultur-Konsumenten ist sie fremd; ebenso fremd wie jede andere übernatürliche Geistesleistung…
Wagner entschuldigt sich in seinem biographischen Entwurf förmlich für seine hochtrabenden Pläne:
Charles Alkan (1813-1888)
Einer der jüngsten Zöglinge des Pariser Conservatoire, das er ab seinem sechsten Lebensjahr besuchte, absolvierte Alkan seine Prüfungin Solfeggio bereits mit sieben und erhielt als Zehnjähriger den ersten Preis im Fach Klavier. Befreundet mit Chopin und Liszt, konnte Alkan offenkundig alle Konkurrenten übertrumpfen: Liszt bezeichnete ihn als jenen Pianisten, der über die makelloseste Technik gebot.
Entsprechend hoch hinaus wollte Alkan auch als Komponist für sein Instrument. Seit seinem 15. Lebensjahr verfaßte er zahlreiche Solowerke, die oft haarsträubend schwierig sind und formal wie harmonisch oft in bizarre Regionen vordringen. Seine beiden Serien von Etüden teilte er in jeweils 12 Werke in allen Dur (op. 35, 1848) beziehungsweise allen Moll-Tonarten (op. 39)...