
Als Klavierpartner von Matthias Goerne kehrte der Ex-Intendant zu den Salzburger Festspielen zurück. Das Publikum, darunter Asmik Grigorian, Teodor Currentzis und die einstige Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, bejubelte die Interpretation von Schuberts »Winterreise« und bereitete dem einstigen Festspielmanager schon zum Auftritt Ovationen.
Dieser Tage erschien auch die neue CD des Duos bei der Deutschen Grammophon: Das Album »Zwielicht« gilt einem Schumann-Recital, das auch selten aufgeführte Lieder aus dem Spätwerk enthält.
Eine Reise nach innen
Die Wiedergaben sind von immenser Dichte und Ausdruckskraft. Es mag bei den Gesängen aus dem »Liederkreis« op. 39 noch mühelos scheinen, die Hörer bei Laune zu halten, doch der späte Maria-Stuart-Zyklus dürfte in der Aufnahmegeschichte wenig Gleichwertiges zur Seite haben. Die expressive Harmonie zwischen Text, Gesang und Klavierstimme fesselt. Schumanns introvertierte, jeglichem äußerlichen Ausdeutungs-Effekt abholde Musik – von Kritikern gern als Dokument der nahenden geistigen Umnachtung des Komponisten gebrandmarkt – behält durchwegs immense Spannung. Mag sein, sie ist im subjektiven »Zwielicht« entstanden. Doch von nachlassender Inspiration kann offenbar keine Rede sein. Wenn auch die Ausdrucksmittel sich gewandelt haben.
Wer vor allem auf eingängige Melodil wartet, möge den Beginn der CD zweimal hören…
Wer auf »schöne Melodien« wartet, der wartet hier vergebens, er war im »Liederkreist«, der etwa auch die beliebte »Mondnacht« enthält, auf seine Rechnung gekommen. Wer gepackt werden möchte, lauscht fasziniert auch den Gesängen aus Goethes »Wilhelm Meister« und eben den königlichen Gedichten – irritierenden Seelenbotschaften in Wort und Ton.