Alarm zum Jahreswechsel

Die Wiener Sängerknaben, seit Jahren durch die Wiener Chormädchen zum gemischten Jugendchor geworden, sind in akuter Finanznot. Der Wegfall privater Sponsoren-Gelder und die Tournee-Ausfälle in Zeiten der Covid-Pandemie haben dem Chor-Budget zugesetzt.
Zuletzt klaffte eine Lücke, die der administrative Leiter des Chors gegenüber einer Wiener Zeitung mit 800.000 Euro bezifferte. Diese Lücke hat die österreichische Kulturpolitik nun geschlossen. Eine Intervention von Bundeskanzler Nehammer ermöglicht dem Chor nun eine offizielle Zuwendung in der geforderten Höhe. Womit der Spielbetrieb für die laufende Saison, die im August 2024 endet, gesichert sei.
Bis dahin will man sich bemühen, eine zukunftssichernde finanzielle Struktur zu erarbeiten und die Sängerknaben zur Sache der Republik machen. Zuletzt hatte die Opposition (FPÖ) lautstark gefordert, die Regierung möge sich »um das kulturelle Erbe des Landes« kümmern. Die Sängerknaben gehören, historisch betrachtet, als Mitglied der Hofmusikkapelle seit Jahrhunderten zum Rückgrat des musikalischen Betriebs in Österreich.