Der 1986 geborene Dirigent, Kontrabassist und Komponist aus Prag folgt 2024 auf Orozco-Estrada.

Der künftige Chefdirigent der Wiener Symphoniker kommt aus Prag: Petr Popelka, Jahrgang 1986, wird bereits in der kommenden Spielzeit verstärkt an der Spitze des Wiener Konzertorchesters stehen und sein Amt im Herbst 2024 offiziell antreten. Sein Vertrag läuft zunächst für fünf Jahre, doch ließen die Spitzen des Orchesters anlässlich der Vorstellung keinen Zweifel daran, dass man sich auf längere Zusammenarbeit mit dem Künstler einstellt.
Die Musiker haben mit überwältigender Mehrheit für die Ernennung Popelkas gestimmt. Der Vorstand des Orchesters betonte, der Maestro hätte das Orchester anlässlich seines Debüts in einem der ersten Konzerte nach dem Lockdown besonders beeindruckt. Eine interne Abstimmung unter den Musikern hätte höchstes Interesse signalisiert, ihn sobald wie möglich wieder einzuladen.
Wunschkandidat Nummer eins
Eine weitere Begegnung mit einer Aufführung von Mahlers Erster Symphonie, die zum Kernrepertoire des Orchesters gehört, gab dann den Auftakt zu Verhandlungen. Als der frühere Chefdirigent Andres Orozco-Estrada im Vorjahr über Nacht seine Position zur Verfügung stellte, galt Popelka für viele Musiker als Wunschkandidat Nummer eins. Dennoch wollte man sich mit der Entscheidung Zeit lassen, alle Eventualitäten prüfen. Immerhin hat Popelka mehrere Chefpositionen inne. Er leitet seit 2020 das Norwegische Rundfunkorchester und ist Erster Gastdirigent der Janáček-Philharmonie, Ostrau. Seit 2022 ist er künstlerischer Leiter des Prager Rundfunkorchesters.
Popelka ist auch Musiker und fungierte ab 2010 für zehn Spielzeiten als Solokontrabassist der Staatskapelle Dresden. Als Komponist ist er auch in Österreich mehrfach hervorgetreten. Uraufführungen seiner Werke fanden u. a. im Wiener Musikverein statt. In seinen Dresdner Jahren gelang es ihm, mit Orchesterkollegen ein Ensemble zu gründen, das sich in seiner Freizeit für Aufführungen zeitgenössischer Musik engagierte.