SALZBURG
Hofmannsthals aberwitzige poetische Ansprüche
Osterfestspiele. In Salzburg scheitert man an einem offenbar völlig unzeitgemäßen Stück. Obwohl Christian Thielemann am Pult des Uraufführungsorchesters versucht, die filigranen Richard-Strauss-Klänge den ungeeigneten Reitschuldimensionen des Festspielhauses anzupassen.
Ein Brief für Sie", sagt der Diener. Bei Hofmannsthal heißt es: "Da wär' ein Billett für Euer Gnaden." Diesen Unterschied, wie man so schön sagt, möcht ich Klavier spielen können. Dann dürfte ich als Korrepetitor mit den Festspielsängern vielleicht "Arabella" einstudieren.
"Und in dem Wie, da liegt der ganze Unterschied", heißt es in einem andern Werk des Duos Hofmannsthal/Strauss - da ist die ganze Malaise schon vorausgeahnt. Wer "Arabella", dieses zutiefst wienerische Stück, bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen erlebt, der ahnt: "Arabella" geht wahrscheinlich gar nicht mehr. Heutzutage. Das Stück ist so unmöglich geworden wie auf dem Sprechtheater Schnitzler; oder Hofmannsthals eigener "Schwieriger".
Der »unmögliche« Wiener Ton