
Ein nostalgisches Hörerlebnis: Sir Colin Davis, ein besonders sympathischer Dirigent, der nicht viel aufhebens von seiner Kunst gemacht hat und stets gediegene, überzeugende Interpretationen zu bieten hatte. Als einer der Hauptdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden leitete er noch vor ein paar Jahren ein Gastspiel des Orchesters im Wiener Musikverein mit einem reinen Mozartprogramm. Am Ostermontage ist der Mitschnitt wieder zu hören…
Als Mozart-Dirigent garantierte Davis für eine sozusagen natürliche Weiterführung der großen Spieltradition der europäischen Orchester. Satter Klang, transparent gestaffelt, lebendige Phrasierung, beredte Artikulation – fernab der brachialen sogenannten Originalklang-Novitäten. Im Falle dieses Konzerts im Wiener Musikverein war Nkiolaj Znaider der Solist, als er noch mehr Violine spielte als dirigierte. Da ist auch nachzuhören, was uns verlorengeht, wenn bei Instrumentalisten die Kapellmeisterwut ausbricht…
Die Besetzung
Sächsische Staatskapelle Dresden, Colin Davis; Nikolaj Szeps-Znaider, Violine.
Mozart: Serenata notturna (KV 239 )
Violinkonzert D-Dur (KV 218)
Symphonie g-Moll (KV 550)
aufgenommen am 17. Mai 2012 im Großen Musikvereinsaal in Wien
Der Mitschnitt, lehrreich und vergnüglich aus vielerlei Gründen, ist vier Wochen lang online auf der Ö1-Plattform abrufbar.
LESESTOFF IN DER SINKOTHEK

