Michael Rabins Beeethoven-Konzert

Pflicht für »Geigerzähler«: Michael Rabins bisher unveröffentlichte Aufnahmen von Konzerten von Benjamin Creston (auch als Rarität für Sammler) und – vor allem – Beethoven: Eine Aufnahme von edelster Tonschönheit und technischer Beherrschung.

Beethoven, Creston
Violinkonzerte

Michael Rabin
(Parnassus, 2025)

Als die amerikanischen Milliardäre noch echte Kunstmäzen waren: Die Ford Foundation spendierte Ende der Fünfzigerjahre 5000 Dollar für die Komposition eines Violinkonzerts – ein Komponist namens Paul Creston kam in den Genuß der Förderung und lieferte sein Konzert Nr. 2, in B-Dur stehend und nicht nur für jene Ära von lieblich-gefälligem Zuschnitt, perfekt gearbeitet für einen virtuosen Solisten: Michael Rabin ging 1961 ins Studio, um die Erst- (und wohl auch Letzt-)Aufnahme zu machen.

Er demonstriert dabei sein fabelhaftes geigerisches Können, das er auch in der ein Jahr zuvor entstandenen Einspielung des Beethoven-Konzerts leuchten läßt, im wahrsten Sinn des Wortes: Dermaßen vollendet ausbalanciertes Violinspiel war auch in den goldenen Zeiten der Interpretationskunst rar. Mangels prägendem Dirigenten – hier sind die National Orchestral Association und John Barnett Rabins Partner – gelang zwar »nur« eine wohl ausbalancierte, geradezu klassizistische Wiedergabe des Meisterwerks, aber eine, die vollendet und edel tönt wie kaum eine zweite Einspielung.